Von Harnverlust bei Belastung sind meistens Frauen betroffen. Mehr als 20 Millionen Menschen in Europa leiden unter Inkontinenz, die z.B. beim Husten, beim Heben schwerer Gegenstände oder während körperlicher Betätigung auftritt.
Bei körperlicher Anstrengung erhöht sich der Druck im Bauchraum. Sind die Muskeln im Beckenbereich geschwächt, verschiebt sich die Harnröhre. Dann versagen die Verschlussmechanismen, die um die Harnröhre herum angeordnet sind und das Zurückhalten des Urins unterstützen sollen. Manchmal sind die Beckenbodenmuskulatur und die Verschlussmechanismen nach Schwangerschaft und Entbindung geschwächt. Deshalb tritt dieses Problem häufig bei Frauen auf.
Während der Wechseljahre vermindert sich die Menge des Hormons Östrogen. Dieses Hormon ist ein weiterer Faktor, der das Zurückhalten des Urins beeinflusst. Ein Östrogenmangel bewirkt eine Schwächung der Schleimhäute, wodurch das Risiko der Inkontinenz wächst.
In bestimmten Fällen sind auch Männer von Belastungsinkontinenz betroffen. Prostataoperationen oder bestimmte Rückenverletzungen können als Auslöser in Frage kommen.